„Zivilverteidigung der DDR“ – Versionsunterschied

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Die ''' Zivilverteidigung (ZV) der DDR ''' oder '''Zivile Verteidigung''' war eine Organisation für den Schutz der Bevölkerung, der Volkswirtschaft, der lebensnotwendigen Einrichtungen und der kulturellen Werte vor den Folgen von Katastrophen, Havarien, u.ä. <ref> Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte, S.1101</ref> Im Kriegsfall diente sie auch zum Schutz der eigenen Bevölkerung vor militärischen Kampfhandlungen.
Die ''' Zivilverteidigung (ZV) der DDR ''' oder '''Zivile Verteidigung''' war eine Organisation für den [[Bevölkerungsschutz]], den Schutz der Volkswirtschaft, der lebensnotwendigen Einrichtungen und der kulturellen Werte vor den Folgen von Katastrophen, Havarien, u.&nbsp;ä.<ref>''Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte.'' 1985, S. 1101.</ref> Im Kriegsfall sollte sie auch zum Schutz der eigenen Bevölkerung vor militärischen Kampfhandlungen dienen.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Die Anfänge der Zivilverteidigung in Deutschland gehen auf Überlegungen nach dem Ersten Weltkrieg zurück, dass der demokratische Rechtsstaat bereits in Friedenszeiten verteidigt werden muss, und sollten den nichtmilitärischen Teil der [[Landesverteidigung|Verteidigung]] umfassen. Dabei konnte auf Erfahrungen im [[Katastrophenschutz]] aufgebaut werden. Außerdem flossen die während des Zweiten Weltkriegs gewonnenen Erkenntnisse aus [[Luftschutz]], [[Feuerwehr]], [[Sanitätsdienst]] etc. ein.
Die Anfänge der [[Zivilverteidigung]] in Deutschland gehen auf Überlegungen nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] zurück, dass der demokratische Rechtsstaat bereits in Friedenszeiten verteidigt werden muss, und sollten den nichtmilitärischen Teil der [[Landesverteidigung|Verteidigung]] umfassen. Dabei konnte auf Erfahrungen im [[Katastrophenschutz]] aufgebaut werden. Außerdem flossen die während des Zweiten Weltkriegs gewonnenen Erkenntnisse aus [[Luftschutz]], [[Feuerwehr]], [[Sanitätsdienst]] etc. ein.


In Verbindung mit anderen Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung der DDR wurde in den 50er Jahren begonnen, Einrichtungen und Führungsstrukturen für die Bekämpfung von Katastrophen zu schaffen. So wurden bei der Feuerwehr besondere Züge und Trupps gebildet, die aber 1956 wieder aus dem Bestand der Feuerwehr herausgelöst wurden.
Zum Schutze der Bevölkerung der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] wurde in den 50er Jahren begonnen, Einrichtungen und Führungsstrukturen für die Bekämpfung von Katastrophen zu schaffen. So wurden besondere Züge und Trupps bei der Feuerwehr gebildet, die 1956 wieder aus deren Bestand herausgelöst wurden.


Auf Ressortebene wurde die ''Verwaltung Aktiver Brandschutz'' im ''Ministerium des Innern'' (MdI) geschaffen. Auf der Ebene der Räte der Bezirke wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Die leitenden Funktionäre wurden an den Lehreinrichtungen für Luftschutz der UdSSR entsprechend ausgebildet. Am 11. Februar 1958 beschloss die Volkskammer der DDR das ''Luftschutzgesetz'' als Grundlage der späteren Zivilverteidigung. In der Folgezeit wurden in den Ministerien, den Räten der Bezirke, Kreisen, Kommunen, den volkswirtschaftlich wichtigen Betrieben und Einrichtungen Stäbe und Einsatzgruppen des Luftschutzes gebildet. Zielsetzung war der Aufbau eines Warnsystems, die Aufstellung von Luftschutzformationen, die Schaffung von Reserven für die Versorgung der Bevölkerung und die Schaffung von Schutzräumen.
Auf Ressortebene wurde die ''Verwaltung Aktiver Brandschutz'' im [[Ministerium des Innern (DDR)|''Ministerium des Innern'' (MdI)]] geschaffen. Auf der Ebene der [[Rat des Bezirkes|Räte]] der [[Bezirk (DDR)|Bezirke]] wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Die leitenden Funktionäre wurden an den Lehreinrichtungen für Luftschutz der [[Sowjetunion]] entsprechend ausgebildet. Am 11. Februar 1958 beschloss die [[Volkskammer]] der DDR das ''Luftschutzgesetz'' als Grundlage der späteren Zivilverteidigung. In der Folgezeit wurden in den Ministerien, den Räten der Bezirke, Kreisen, Kommunen, den volkswirtschaftlich wichtigen Betrieben und Einrichtungen Stäbe und Einsatzgruppen des Luftschutzes gebildet. Zielsetzung war der Aufbau eines Warnsystems, die Aufstellung von Luftschutzformationen, die Schaffung von Reserven für die Versorgung der Bevölkerung und die Schaffung von Schutzräumen.


Mit dem Zivilverteidigungsgesetz vom 16. September 1970 sollte den gewachsene Forderungen des Schutzes der Bevölkerung und der Sicherung lebenswichtiger Bereiche auch im Kriegsfall Rechnung getragen werden.
Mit dem Zivilverteidigungsgesetz vom 16. September 1970 sollte den gewachsenen Forderungen des Bevölkerungsschutzes und der Sicherung lebenswichtiger Bereiche auch im Kriegsfall Rechnung getragen werden.
Dementsprechend folgte der Aufbau der folgender Einsatzkräfte der Zivilverteidigung: Rettungs-, Bergungs- Instandsetzungs-, Entgiftungs-, Sanitäts-, Brandschutz-, Versorgungs-, Aufklärungs- und Geräteformationen sowie Spezialeinrichtungen zur sanitären Behandlung und zur Endaktivierung. Die Formationen waren in [[Zug (Militär)|Züge]] und [[Gruppe (Militär)|Gruppen]] gegliedert.
Dementsprechend folgte der Aufbau der folgenden Einsatzkräfte der Zivilverteidigung: Rettungs-, Bergungs-, Instandsetzungs-, Entgiftungs-, Sanitäts-, Versorgungs-, Aufklärungs- und Geräteformationen sowie Spezialeinrichtungen zur sanitären Behandlung und zur Entaktivierung, Gruppen der ersten ärztlichen Hilfe, Beobachtungsstellen. Die Formationen waren in [[Zug (Militär)|Züge]], [[Gruppe (Teileinheit)|Gruppen, Abteilungen, Bereitschaften und Stäbe]] der Einsatzkräfte gegliedert.


==Führung==
== Führung ==
Alle grundsätzlichen staatlichen Maßnahmen der Zivilverteidigung beschloss der Ministerrat der DDR. Diese wurden in der Regel durch den Nationalen Verteidigungsrat erarbeitet und vorgelegt. Die zentrale Führung der Zivilverteidigung erfolgte durch die ''Hauptverwaltung Zivilverteidigung '' mit Sitz in Berlin.
Alle grundsätzlichen staatlichen Maßnahmen der Zivilverteidigung beschloss formal der [[Ministerrat der DDR]]. Diese wurden in der Regel durch den [[Nationaler Verteidigungsrat der DDR|Nationalen Verteidigungsrat]] erarbeitet und vorgelegt. Die zentrale Führung der Zivilverteidigung erfolgte durch die ''Hauptverwaltung Zivilverteidigung '' mit Sitz in Berlin.


Die Leiter der Zivilverteidigung in den Bezirken, Kreisen und Kommunen verfügten über entsprechende Stäbe. Die Führungsstruktur war sehr komplex, hatte Überschneidungen und war eher unübersichtlich (siehe Führungsaufbau der ZV 1980).
Die Leiter der Zivilverteidigung in den Bezirken, Kreisen und Kommunen verfügten über entsprechende Stäbe. Die Führungsstruktur war sehr komplex, hatte Überschneidungen und war eher unübersichtlich (siehe Führungsaufbau der ZV 1980).


Zur Lösung der Aufgaben der Zivilverteidigung konnte eine Dienstpflicht eingeführt werden.
Zur Lösung der Aufgaben der Zivilverteidigung konnte eine [[Zivile Dienstpflicht|Dienstpflicht]] eingeführt werden.
Die im Bereich der Zivilverteidigung Tätigen setzten sich zusammen aus aktiven Dienst leistenden Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren, deren Dienstgrad bis Oberst den Zusatz „der ZV“ hatten; Leitern und Mitarbeitern von Staats- und Wirtschaftsorganen, Betrieben und Einrichtungen sowie ehrenamtlich mitwirkenden Bürgern. Die im aktiven Dienst stehenden trugen an ihrer Uniform einen Ärmelstreifen mit der Aufschrift „Zivilverteidigung“. <ref> Verteidigungsgesetz vom 13. Oktober 1978 </ref> <ref> Wehrdienstgesetz vom 25. März 1982 </ref> <ref> Dienstlaufbahnordnung – ZV– vom 25. März 1982 </ref>


Das Personal der Zivilverteidigung bestand aus aktiven Dienst leistenden Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren, deren Dienstgrad bis [[Oberst]] den Zusatz „der ZV“ hatten; Leitern und Mitarbeitern von Staats- und Wirtschaftsorganen, Betrieben und Einrichtungen sowie ehrenamtlich mitwirkenden Bürgern. Aktiv Dienende trugen an ihrer Uniform einen Ärmelstreifen mit der Aufschrift „Zivilverteidigung“.<ref>Verteidigungsgesetz vom 13. Oktober 1978.</ref><ref>Wehrdienstgesetz vom 25. März 1982.</ref><ref>Dienstlaufbahnordnung – ZV– vom 25. März 1982.</ref>
===Führung der Zivilverteidigung===


=== Führung der Zivilverteidigung ===
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; Übrige Generäle der Zivilverteidigung der DDR (1976–1990):
; Übrige Generäle der Zivilverteidigung der DDR (1976–1990):
* Generalmajor (a.D.) Dipl.-Staats-Wiss. [[Hugo Harwardt]]
* Generalmajor (a.&nbsp;D.) [[Hugo Harwardt]]
* Generalmajor Dipl.-Mil. [[Albert Pankau]]
* Generalmajor [[Albert Pankau]]


==Ausbildung==
== Ausbildung ==
Die Ausbildung der Angehörigen der Zivilverteidigung erfolgte an entsprechenden „Bezirksschulen ZV“. Zudem bestand in [[Beeskow]] das [[Offiziershochschulen der DDR#Übersicht der Offiziershochschulen der DDR|Institut der Zivilverteidigung der DDR]] als höchste Lehreinrichtung der DDR-Zivilverteidigung. 1979 erhielt das Institut den Staus einer [[Hochschule]]. Letzter [[Kommandeur]] des Instituts war [[Generalmajor]] Albert Pankau.
Die Ausbildung der Angehörigen der Zivilverteidigung erfolgte an entsprechenden „Bezirksschulen ZV“. Zudem bestand in [[Beeskow]] das [[Offiziershochschulen der DDR#Übersicht über die Offiziershochschulen der DDR|Institut der Zivilverteidigung der DDR]] als höchste Lehreinrichtung der DDR-Zivilverteidigung. 1979 erhielt das Institut den Status einer [[Hochschule]]. Letzter [[Kommandeur]] des Instituts war [[Generalmajor]] Albert Pankau.


An Hoch- und Fachschulen der DDR, wurden im Rahmen der Berufsausbildung Kenntnisse und Fähigkeiten zur Wahrnehmung von Aufgaben der Zivilverteidigung vermittelt. An den polytechnischen und erweiterten Oberschulen war Zivilverteidigung Bestandteil des Wehrkundeunterrichts.
An Hoch- und Fachschulen der DDR, wurden im Rahmen der Berufsausbildung Kenntnisse und Fähigkeiten zur Wahrnehmung von Aufgaben der Zivilverteidigung vermittelt. An den polytechnischen und erweiterten Oberschulen war Zivilverteidigung Bestandteil des [[Wehrunterricht]]s.


==Orden und Ehrenzeichen==
== Orden und Ehrenzeichen ==
Am 16. September 1970 wurde die [[Verdienstmedaille der Zivilverteidigung]] in drei Stufen gestiftet. Am 25. Oktober 1977 folgte die Stiftung der [[Medaille für treue Dienste in der Zivilverteidigung der Deutschen Demokratischen Republik|Medaille für treue Dienste der ZV]] in vier Stufen und die [[Medaille für treue Pflichterfüllung in der Zivilverteidigung der Deutschen Demokratischen Republik|Medaille für treue Pflichterfüllung in der ZV]] in drei Stufen.
Am 16. September 1970 wurde die [[Verdienstmedaille der Zivilverteidigung]] in drei Stufen gestiftet. Am 25. Oktober 1977 folgte die Stiftung der [[Medaille für treue Dienste in der Zivilverteidigung der Deutschen Demokratischen Republik|Medaille für treue Dienste in der ZV]] in vier Stufen und die [[Medaille für treue Pflichterfüllung in der Zivilverteidigung der Deutschen Demokratischen Republik|Medaille für treue Pflichterfüllung in der ZV]] in drei Stufen.

Ab dem Jahr 1971 wurden für hervorragende Leistungen an ehrenamtlich in der Zivilverteidigung tätige Bürger der DDR besondere Bestenabzeichen verliehen. Diese waren schildförmig, 39 mm hoch, 31 mm breit und zeigten auf rot emailliertem Grund das Symbol der Zivilverteidigung. Darüber war auf weißem Hintergrund das Wort {{Inschrift |lang=it |Text=BESTER}}, eingerahmt von je einem [[Eichen]]blatt zu sehen. Ab dem Jahr 1981 gab es für diese Bestenabzeichen Wiederholungsanhänger, die in allem denjenigen bei der NVA verwendeten glichen. Bis zum Jahr 1985 zeigten die Anhänger eine bis zu zehnmalige Wiederholung an, die anschließend auf eine fünfmalige Wiederholung beschränkt wurde. Das Bestenabzeichen der Zivilverteidigung wurde bis zum Jahr 1990 verliehen.


Zudem gab es eine Vielzahl von Abzeichen und Ehrenzeichen.
Zudem gab es eine Vielzahl von Abzeichen und Ehrenzeichen.


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Datei:DistServMed CivDef gold.pdf|Verdienstmedaille – Gold
VM ZV Avers.jpg|Verdienstmedaille
Datei:Medaille für treue Dienste in der Zivilverteidigung der DDR.jpg|Medaille für treue Dienste
Medaille für treue Dienste in der Zivilverteidigung der DDR.jpg|Medaille für treue Dienste
Datei:Medaille für treue Pflichterfüllung in der Zivilverteidigung der DDR.jpg|Medaille für treue Pflichterfüllung
Medal for Faithful Fulfillment of Duties in the Civil Defense of the GDR.jpg|Medaille für treue Pflichterfüllung
Orden-ZV-2-08.jpg|Bestenabzeichen der ZV
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==Einzelnachweise==
<references/>


== Literatur ==
== Literatur ==
* Holger Beiersdorf, Jörg Welkisch: ''Luftschutz, Zivilverteidigung und Zivilschutz der DDR.'' GNN Verlag, 2008, ISBN 978-3-89819-288-0.
* Froh, Klaus & Wenzke, Rüdiger. Die Generale und Admirale der NVA: Ein biographisches Handbuch. Ch. Links Verlag, Berlin 2000, ISBN 9783861532095
* [[Clemens Heitmann (Historiker)|Clemens Heitmann]]: ''Schützen und Helfen? Luftschutz und Zivilverteidigung in der DDR 1955 bis 1989/90''. Ch. Links Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-86153-400-2.
* Brühl, R. (Bearbeiter): Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte (2 Bände), Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1985, ISBN 3327002398
* Klaus Froh, Rüdiger Wenzke: ''Die Generale und Admirale der NVA: Ein biographisches Handbuch''. Ch. Links Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-86153-209-3.

* R. Brühl (Bearb.): ''Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte.'' 2 Bände. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1985, ISBN 3-327-00239-8.
== Siehe auch ==
{{Hauptartikel|Zivilverteidigung}}


== Weblinks ==
== Weblinks ==
{{commonscat|Zivilverteidigung (GDR)|Zivilverteidigung}}
{{Commonscat|Zivilverteidigung of the German Democratic Republic|Zivilverteidigung der DDR|audio=0|video=0}}

== Einzelnachweise ==
<references />

{{Navigationsleiste Bewaffnete Organe der DDR}}

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[[en:Civil defense]]
[[ru:Гражданская оборона (государственная)]]
[[ru:Гражданская оборона (государственная)]]

Aktuelle Version vom 10. April 2024, 15:32 Uhr

Flagge der DDR-Zivilverteidigung
Symbolbild - Ehrenmedaille 20 Jahre Zivilverteidigung - Leiter der Zivilverteidigung des Bezirkes Dresden

Die Zivilverteidigung (ZV) der DDR oder Zivile Verteidigung war eine Organisation für den Bevölkerungsschutz, den Schutz der Volkswirtschaft, der lebensnotwendigen Einrichtungen und der kulturellen Werte vor den Folgen von Katastrophen, Havarien, u. ä.[1] Im Kriegsfall sollte sie auch zum Schutz der eigenen Bevölkerung vor militärischen Kampfhandlungen dienen.

Die Anfänge der Zivilverteidigung in Deutschland gehen auf Überlegungen nach dem Ersten Weltkrieg zurück, dass der demokratische Rechtsstaat bereits in Friedenszeiten verteidigt werden muss, und sollten den nichtmilitärischen Teil der Verteidigung umfassen. Dabei konnte auf Erfahrungen im Katastrophenschutz aufgebaut werden. Außerdem flossen die während des Zweiten Weltkriegs gewonnenen Erkenntnisse aus Luftschutz, Feuerwehr, Sanitätsdienst etc. ein.

Zum Schutze der Bevölkerung der DDR wurde in den 50er Jahren begonnen, Einrichtungen und Führungsstrukturen für die Bekämpfung von Katastrophen zu schaffen. So wurden besondere Züge und Trupps bei der Feuerwehr gebildet, die 1956 wieder aus deren Bestand herausgelöst wurden.

Auf Ressortebene wurde die Verwaltung Aktiver Brandschutz im Ministerium des Innern (MdI) geschaffen. Auf der Ebene der Räte der Bezirke wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Die leitenden Funktionäre wurden an den Lehreinrichtungen für Luftschutz der Sowjetunion entsprechend ausgebildet. Am 11. Februar 1958 beschloss die Volkskammer der DDR das Luftschutzgesetz als Grundlage der späteren Zivilverteidigung. In der Folgezeit wurden in den Ministerien, den Räten der Bezirke, Kreisen, Kommunen, den volkswirtschaftlich wichtigen Betrieben und Einrichtungen Stäbe und Einsatzgruppen des Luftschutzes gebildet. Zielsetzung war der Aufbau eines Warnsystems, die Aufstellung von Luftschutzformationen, die Schaffung von Reserven für die Versorgung der Bevölkerung und die Schaffung von Schutzräumen.

Mit dem Zivilverteidigungsgesetz vom 16. September 1970 sollte den gewachsenen Forderungen des Bevölkerungsschutzes und der Sicherung lebenswichtiger Bereiche auch im Kriegsfall Rechnung getragen werden. Dementsprechend folgte der Aufbau der folgenden Einsatzkräfte der Zivilverteidigung: Rettungs-, Bergungs-, Instandsetzungs-, Entgiftungs-, Sanitäts-, Versorgungs-, Aufklärungs- und Geräteformationen sowie Spezialeinrichtungen zur sanitären Behandlung und zur Entaktivierung, Gruppen der ersten ärztlichen Hilfe, Beobachtungsstellen. Die Formationen waren in Züge, Gruppen, Abteilungen, Bereitschaften und Stäbe der Einsatzkräfte gegliedert.

Alle grundsätzlichen staatlichen Maßnahmen der Zivilverteidigung beschloss formal der Ministerrat der DDR. Diese wurden in der Regel durch den Nationalen Verteidigungsrat erarbeitet und vorgelegt. Die zentrale Führung der Zivilverteidigung erfolgte durch die Hauptverwaltung Zivilverteidigung mit Sitz in Berlin.

Die Leiter der Zivilverteidigung in den Bezirken, Kreisen und Kommunen verfügten über entsprechende Stäbe. Die Führungsstruktur war sehr komplex, hatte Überschneidungen und war eher unübersichtlich (siehe Führungsaufbau der ZV 1980).

Zur Lösung der Aufgaben der Zivilverteidigung konnte eine Dienstpflicht eingeführt werden.

Das Personal der Zivilverteidigung bestand aus aktiven Dienst leistenden Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren, deren Dienstgrad bis Oberst den Zusatz „der ZV“ hatten; Leitern und Mitarbeitern von Staats- und Wirtschaftsorganen, Betrieben und Einrichtungen sowie ehrenamtlich mitwirkenden Bürgern. Aktiv Dienende trugen an ihrer Uniform einen Ärmelstreifen mit der Aufschrift „Zivilverteidigung“.[2][3][4]

Führung der Zivilverteidigung

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Dienstgrad, Name Dienstzeit Bemerkung
Generaloberst Fritz Peter 1976–1990 Leiter der Zivilverteidigung der DDR
Generalmajor Rudi Schütz 1978–1986 Stellvertreter des Leiters und Chef des Stabes
Generalmajor Werner Zaroba 1986–1990 Stellvertreter des Leiters und Chef des Stabes
Generalmajor Rolf Fischer 1976–1990 Stellvertreter des Leiters und Chef des Bevölkerungs- und Volkswirtschaftsschutzes
Generalmajor Klaus Rude 1978–1990 Stellvertreter des Leiters und Chef Ausbildung
Generalmajor Kurt Sommer 1977–1990 Stellvertreter des Leiters und Chef der Politischen Verwaltung
Übrige Generäle der Zivilverteidigung der DDR (1976–1990)

Die Ausbildung der Angehörigen der Zivilverteidigung erfolgte an entsprechenden „Bezirksschulen ZV“. Zudem bestand in Beeskow das Institut der Zivilverteidigung der DDR als höchste Lehreinrichtung der DDR-Zivilverteidigung. 1979 erhielt das Institut den Status einer Hochschule. Letzter Kommandeur des Instituts war Generalmajor Albert Pankau.

An Hoch- und Fachschulen der DDR, wurden im Rahmen der Berufsausbildung Kenntnisse und Fähigkeiten zur Wahrnehmung von Aufgaben der Zivilverteidigung vermittelt. An den polytechnischen und erweiterten Oberschulen war Zivilverteidigung Bestandteil des Wehrunterrichts.

Orden und Ehrenzeichen

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Am 16. September 1970 wurde die Verdienstmedaille der Zivilverteidigung in drei Stufen gestiftet. Am 25. Oktober 1977 folgte die Stiftung der Medaille für treue Dienste in der ZV in vier Stufen und die Medaille für treue Pflichterfüllung in der ZV in drei Stufen.

Ab dem Jahr 1971 wurden für hervorragende Leistungen an ehrenamtlich in der Zivilverteidigung tätige Bürger der DDR besondere Bestenabzeichen verliehen. Diese waren schildförmig, 39 mm hoch, 31 mm breit und zeigten auf rot emailliertem Grund das Symbol der Zivilverteidigung. Darüber war auf weißem Hintergrund das Wort BESTER, eingerahmt von je einem Eichenblatt zu sehen. Ab dem Jahr 1981 gab es für diese Bestenabzeichen Wiederholungsanhänger, die in allem denjenigen bei der NVA verwendeten glichen. Bis zum Jahr 1985 zeigten die Anhänger eine bis zu zehnmalige Wiederholung an, die anschließend auf eine fünfmalige Wiederholung beschränkt wurde. Das Bestenabzeichen der Zivilverteidigung wurde bis zum Jahr 1990 verliehen.

Zudem gab es eine Vielzahl von Abzeichen und Ehrenzeichen.

  • Holger Beiersdorf, Jörg Welkisch: Luftschutz, Zivilverteidigung und Zivilschutz der DDR. GNN Verlag, 2008, ISBN 978-3-89819-288-0.
  • Clemens Heitmann: Schützen und Helfen? Luftschutz und Zivilverteidigung in der DDR 1955 bis 1989/90. Ch. Links Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-86153-400-2.
  • Klaus Froh, Rüdiger Wenzke: Die Generale und Admirale der NVA: Ein biographisches Handbuch. Ch. Links Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-86153-209-3.
  • R. Brühl (Bearb.): Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte. 2 Bände. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1985, ISBN 3-327-00239-8.
Commons: Zivilverteidigung der DDR – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte. 1985, S. 1101.
  2. Verteidigungsgesetz vom 13. Oktober 1978.
  3. Wehrdienstgesetz vom 25. März 1982.
  4. Dienstlaufbahnordnung – ZV– vom 25. März 1982.